Die wichtigsten Praxistipps
Der richtige Platz ist nicht der schönste Platz, sondern der passende Platz. Eine traumhafte Stelle direkt am Wasser kann ungeeignet sein, wenn sie privat, empfindlich, stark besucht oder schlecht erreichbar ist.
Ich achte bei der Platzwahl auf ein paar einfache Dinge:
- Der Untergrund sollte robust sein. Moos, junge Pflanzen und sumpfige Flächen meide ich. Das Zelt steht besser auf festem, unempfindlichem Boden.
- Ich halte Abstand zu Häusern, Hütten, Wegen und beliebten Badestellen. Nicht jeder Mensch freut sich, wenn plötzlich ein Motorradfahrer mit Zelt in Sichtweite steht.
- Ich bleibe nur kurz. Für mich ist Wildcamping auf Reisen meist eine Übernachtung, kein mehrtägiger Aufenthalt.
- Ich mache kein Feuer, wenn ich mir nicht absolut sicher bin, dass es erlaubt und ungefährlich ist. Ein kleiner Kocher ist fast immer die bessere Lösung.
- Ich nehme alles wieder mit. Wirklich alles. Auch Taschentücher, Essensreste und Verpackungen.
- Ich verhalte mich leise und unauffällig. Wer Musik laut abspielt, Müll liegen lässt oder mit dem Motorrad unnötig herumfährt, schadet nicht nur der Natur, sondern auch allen anderen Reisenden.
Für mich ist Wildcamping kein Trick, um Geld zu sparen. Es ist eine Möglichkeit, näher an der Natur zu sein und Skandinavien intensiver zu erleben. Der große Reiz liegt in diesem besonderen Gefühl von Freiheit und Einfachheit.
Gleichzeitig funktioniert diese Freiheit nur, wenn wir sie nicht ausnutzen. Je mehr Menschen rücksichtslos campen, desto eher werden Regeln verschärft oder Plätze gesperrt. Deshalb sollten gerade wir Motorradreisende zeigen, dass es auch anders geht.
Rücksichtsvoll reisen bedeutet für mich: legal bleiben, Natur respektieren, Einheimische nicht stören und den eigenen Platz sauberer verlassen, als man ihn vorgefunden hat.